Vita von Markus Lüpertz


1941
in Liberec, Böhmen (heute Tschechische Republik) am 25. April 1941 geboren

1948
Flüchtet die Familie in den Westen. Lüpertz wächst im Rheinland auf.

1956 - 1961
Studium an der Werkkunstschule in Krefeld und Kunstakademie in Düsseldorf

1962 - 1969
Wohnt in Berlin und betreibt seit 1964 die Galerie Großgörschen

1970
Einjähriger Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz

seit 1974
Lehrtätigkeit an der Akademie in Karlsruhe

seit 1982
Entwürfe für Bühnenbilder in den Opernhäusern von Kassel, Ulm, Salzburg, Bremen, Düsseldorf

seit 1986
Rektor an der Kunstakademie in Düsseldorf

1989 - 1990
15 Fenster für die Kathedrale in Nevers

2000
Präsentation des Zyklus: Vesper in Hannover

 

Siegfried Gohr über Markus Lüpertz:

„1962 begann für Lüpertz der entscheidende neue Werkabschnitt, den er als „dithyrambische Malerei“ deklariert hat. Das bezieht sich auf die späten Hymnen Nietzsches, die Dionysos, dem rätselhaften Gott innerhalb der antiken Götterwelt, gewidmet sind. Die Motive, anhand derer Lüpertz seine neue Malereien entwickelte, blieben dennoch denkbar einfach, ja alltäglich. Die bescheidenen Verhältnisse im Nachkriegs-Deutschland ließen Lüpertz nicht ruhen, bis sie in eine poetische, überschwängliche Schwingung versetzt waren.

... Lüpertz ist jemand, der auf die historische Situation einer zerstörten Erde und Tradition nach dem Krieg mit seismografischer Empfindlichkeit reagierte. Lüpertz gehört in seine Zeit und zieht sich doch zugleich von jeder modischen Vereinnahmung durch seine Zeit zurück.

... Lüpertz weist auf eine Vision jenseits der Darstellbarkeit durch die Malerei hin, er lenkt den Blick dorthin, von wo Dichter, Propheten, Denker ihre Systeme und Entwürfe für den Menschen entwickelt haben, vom Himmel, im wörtlichen wie übertragenen Sinne.

... In dem Augenblick, da die Malerei zu einem neuen Instrument der Wirklichkeitsaneignung für eine jüngere Generation zu werden scheint, die sich von der Konzept-Kunst abwendet, sucht Lüpertz in der Antike und in romantisch-realistischen Strategien der Malerei, wie er sie auch bei Courbet finden konnte, einen Widerpart.“

Einzelausstellungen seit 1964 u.a. in:
Berlin, Köln, Baden-Baden, Hamburg, London, New York, München, Paris, Eindhoven, Straßburg, Zürich, Salzburg, Wien, Rotterdam, Turin, Mailand, Brüssel, Madrid, Luxemburg, Bonn, Karlsruhe, Mannheim, Düsseldorf, Bozen, Philadelphia, Künzelsau, Valencia.

Literatur:
Schmidt, J.-K.; Hofmaier, J.: Markus Lüpertz: Werkverzeichnis 1960 - 1990 Druckgrafik, Stuttgart 1991
Gohr, Siegfried (Hrsg.): Markus Lüpertz - Deutsche Motive, Stuttgart 1993
Markus Lüpertz: Gemälde, Skulpturen, Ausstellungskatalog Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, Ostfildern 1996
Gohr, Siegfried: Markus Lüpertz, Barcelona, Köln 2001
Lüpertz, Markus; Ronte, Dieter: Dädalus, Düsseldorf 2003
Weber, C. Sylvia (Hrsg.): Markus Lüppertz, Katalog Ausstellung: Markus Lüppertz - Malerei, Zeichnung, Skulptur im Museum Würth Künzelsau, Künzelsau 2002

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Herzliche Grüße

Ludwig Kleebolte

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